PLASTIK & UMWELT
Plastikmüll im Meer

Plastikmüll ist ein weltweites Problem und gefährdet in zunehmendem Maße unsere Meere und Küsten. Von den jährlich bis zu 240 Millionen Tonnen produziertem Plastik landen nach Schätzungen des Umweltprogramms der Vereinten Nationen mehr als 6,4 Millionen Tonnen Müll in den Ozeanen. Auf jedem Quadratkilometer der Wasseroberfläche treiben inzwischen bis zu 18.000 Plastikteile unterschiedlichster Größe.

Plastik ist im Meer nahezu unvergänglich, es zersetzt sich langsam über Jahrzehnte, manchmal Jahrhunderte und gibt so nach und nach kleinere Bruchstücke und Giftstoffe an die Umgebung ab. Jüngste Arbeiten japanischer Forscher zeigten, dass bei den Zersetzungsprozessen gefährliche Chemikalien wie Bisphenol A, Phtalate oder Styrolverbindungen freigesetzt werden, die sich in der Nahrungskette anreichern und nachhaltig das Erbgut und den Hormonhaushalt mariner Lebewesen beeinflussen können.

Die Überbleibsel unserer zivilisierten Wegwerfgesellschaft kosten jedes Jahr Zehntausende von Meerestieren das Leben und gefährden die faszinierende Unterwasserwelt. Es gibt Meeresregionen in denen sich heute sechsmal mehr Plastik als Plankton im Wasser befindet. Seevögel verhungern mit vollen Mägen, Wale und Delfine verfangen sich in alten Fischernetzen, ertrinken oder erleiden schwere Verletzungen bei Befreiungsversuchen.

Seevögel verhungern mit vollen Mägen

Die ökologischen Auswirkungen auf Seevögel wurden intensiv untersucht. So verwechseln Eissturmvögel Plastikteile mit Nahrung. Von 100 eingesammelten Plastikpartikeln wiesen 80 Prozent Schnabelabdrücke auf. Die Vögel nehmen somit Plastikteilchen auf, die keinerlei Nährstoffe enthalten aber ein beständiges Sättigungsgefühl bei den Vögeln hervorrufen. Die Kondition und Fitness dieser Tiere wird beeinträchtigt und viele von ihnen verhungern, wieder anderen wird der Bauchraum perforiert und sie verbluten innerlich. Untersuchungen des regionalen Meeresschutzabkommens OSPAR an verendeten Eissturmvögeln ergaben einen Durchschnittswert von 32 Plastikteilen in den Mägen.

In Europa werden Jahr für Jahr etwa 60 Millionen Tonnen Plastik produziert. Ganz selbstverständlich werden die meisten Kunststoffprodukte nach einmaligem Gebrauch entsorgt. Ein Großteil des Plastikmülls im Meer kommt vom Land, Hochwasser und Flüsse tragen den schwimmenden Müll dann in die Ozeane. Daneben spielen die Einträge aus der Schifffahrt, der Fischerei und der Offshore-Industrie eine entscheidende Rolle. Auf diesem Weg gelangen Jahr für Jahr mehr als 20.000 Tonnen der tödlichen Fracht in die Nordsee.


Meeresschutz fängt zu Hause an

Jeder von uns kann helfen, die Meere sauberer zu machen – Meeresschutz fängt zu Hause an. Unser Konsum- und Wegwerfverhalten kann helfen, das Überleben der vielfältigen Meereswelt zu sichern.








Helfen Sie:

Werfen Sie Müll nicht achtlos weg, sondern in den Mülleimer.

Ändern Sie Ihr Konsumverhalten: Kaufen Sie nur langlebige Produkte. So schonen Sie wertvolle natürliche Ressourcen und vermeiden Müll. Nutzen Sie Mehrwegflaschen aus der Region und eigene Tragetaschen für den Einkauf.

Trennen Sie Ihren Müll. Nur so ermöglichen Sie, dass z. B. Plastik überhaupt recycelt werden kann.

Unterstützen Sie den NABU in seinem Engagement für Mensch und Natur – durch eine Spende oder als Mitglied.

Weitere Infos unter:
www.NABU.de/meeresschutz
www.NABU.de/kreislaufwirtschaft