WIRTSCHAFTSFAKTOR PLASTIK!
plastic planet merkblatt„Die Kunststoffindustrie macht 800 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr. Allein in Europa verdienen mehr als eine Million Menschen ihr tägliches Brot in der Plastikindustrie. Jeder Industriezweig ist heute auf Kunststoff angewiesen.“ Werner Boote in PLASTIC PLANET

Wie viel Plastik jährlich weltweit tatsächlich hergestellt wird, lässt sich nur ungefähr schätzen. Man geht von mehr als 200 Millionen Tonnen und wahrscheinlich sogar bis zu 240 Millionen Tonnen jährlich aus. Ein knappes Viertel des Plastikverbrauchs geht auf das Konto von Europa, wo der jährliche Plastikverbrauch 2008, laut einer Studie von PlasticsEurope, bei 48,5 Millionen Tonnen lag. Gefolgt von Italien und Frankreich ist Deutschland mit einem Bedarf von 11,5 Millionen Tonnen der größte europäische Markt für Kunststoffe. Wenn man alle Arbeitsplätze einrechnet, die unmittelbar und mittelbar von der Kunststoffherstellung abhängig sind, kommt man auf die Summe von deutlich mehr als 2 Millionen Menschen in Europa. Europäische Plastikhersteller und Verwerter erwirtschafteten 2008 einen Gewinn von ca. 13 Milliarden Euro.

Die Einsatzgebiete der Kunststoffe in Europa verteilen sich dabei zu 28% auf Freizeit und medizinische Zwecke, 6% werden für Elektronik und Elektrik, 7% im Automobilsektor und 21% im Bauwesen verwendet. Den größten Anteil am Kunststoffverbrauch haben Verpackungen mit 38%. Diese für Europa gültigen Zahlen gelten sicherlich auch mit leichten Verschiebungen für den Rest der Welt.

Quelle: PlasticsEurope MarketResearch Group (PEMRG)

Der Markt für Verpackungsmaterialen ist der entscheidendste für die Kunststoffindustrie, zumal diese Materialien nur einen einmaligen Verwendungszweck haben und es einen laufenden – und offenbar stetig steigenden – Bedarf gibt.
2007 wurden in Deutschland über 2,6 Millionen Tonnen Kunststoffverpackungen verbraucht und davon 63% der Wiederverwertung zugeführt. Der Rest – immerhin also eine Million Tonnen Kunststoffverpackungen – landete allein in Deutschland dementsprechend im Restmüll. Während die Verwertungsquote von Kunststoffverpackungen Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrtausends deutlich gestiegen ist, hat sich andererseits im gleichen Zeitraum der Anteil von mehrmals verwendbaren Verpackungen (Milch, Joghurt, Mineralwasser) extrem verringert.

Im Bereich Mineralwasser hat sich der Mehrweganteil (Glas oder Plastikmehrwegflaschen) in den Jahren 1993 bis 2007 von knappen 91% auf knappe 47% verringert. Die Gesamt-Mehrwegquote bei Getränkeverpackungen ist in der gleichen Zeit von rund 73,55% auf rund 46,86 % gesunken.

Quelle: Mehrweganteile am Getränkeverbrauch nach Getränkebereichen in den Jahren 1991 bis 2007, sowie Verbrauch von Verpackungen gesamt - Verbrauch, Verwertung, Quoten 1991 bis 2007, Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung mbH (GVM), Mai 2009